Gastbeitrag Crefelder Geschichte: Das ehemalige Wohnhaus von Otto Brües

Das ehemalige Wohnhaus von Otto Brües

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Einige Mitglieder der Gruppe „Crefelder Geschichte“ besuchten das Niederrheinische Literaturhaus auf der Gutenbergstrasse und wurden von Frau Anette Ostrowski mit Hinweisen und Erklärungen durch das Haus geführt.

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Otto Brües wurde am 7.11.1897 in Krefeld geboren. Der Vater, Ernst Brües, war Chefredakteur der „Krefelder Zeitung“ und seine Mutter, Clara Brües eine geborene Scheuten – sie stammte aus einer alten Kaufmannsfamilie. Otto Brües heiratete 1922 Hilde Robholt. Der Sohn Ulrich (1923 –1943), wurde im Krieg als vermisst gemeldet wurde. Tochter Eva (1927–2011), pflegte extrem sorgsam das Erbe des Vaters.
Otto Brües war von 1906 bis 1915 Schüler des Humanistischen Gymnasiums in Krefeld und erhielt hier den „Schliff“ für sein Leben. Im Mai 1915 begann sein Studium in Bonn.
In Au schrieb Otto Brües den großen Krefeld-Roman „Der Silberkelch“. Das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse wurde ihm 1959 verliehen. Im März 1967 war ihm die Ehrenbürgerschaft angetragen worden und er erhielt den Ehrenring seiner Heimatstadt einen Tag vor seinem Tod. Der damalige Oberbürgermeister Herbert van Hüllen war dazu an sein Krankenbett in Maria Hilf geeilt, da Ehrenring und Urkunde zu Lebzeiten überreicht werden mussten.
Otto Brües starb am 18.4.1967 in Krefeld. Die Stadt bereitete man ihm eine ehrende Feier. Das Ehrengrab befindet sich auf dem Hauptfriedhof.

Eva Brües, Tochter des Autors, ist es zu verdanken, dass der Name Brües nicht aus dem Bewusstsein der Krefelder verschwunden ist. Jahre später gab sie einige unveröffentlichte Werke des Vaters heraus. Die Autobiographie „Und immer sang die Lerche“ gehört dazu.
Sie gründete 1993 den „Otto-Brües-Freundeskreis“ und vermachte den Bürgern Krefelds den Nachlass und den ererbten Besitz. Das Haus an der Gutenbergstraße 21 ist seit Juni 2012 „Das Niederrheinische Literaturhaus Krefeld“.
Mehr Informationen zu Otto Brües unter dem folgenden Link:
http://www.vvb.de/autoren/showAutor?aid=8344#

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Das alte Backsteinhaus rechts neben dem Gelände des Wasserturmes an der Gutenbergstrasse wurde 1906 als Gärtnerhaus der Stadt Krefeld gebaut. Erst als Dr. Eva Brües dieses Haus erwarb, wurde es privatisiert. Bis zu diesem Tag im Juli 1984 wohnten hier immer Mitarbeiter oder Angestellte der Stadtverwaltung.
Das lange freistehende Haus wurde beim Angriff 1943 völlig zerstört und der damalige Mieter, ein Obersekretär der Stadt musste evakuiert werden.
Nach dem Krieg wurde das Haus wieder aufgebaut und der amtierende Beigeordneter Walter Nettelbeck konnte als Mieter einziehen. Ein Relikt aus dieser Zeit ist der alte Ofen mit den wunderbaren Keramikplatten von Peter Bertlings. Auf den Kacheln wurde das Leben von Walter Nettelbeck dargestellt. Die Familie zog Anfang der 50er zum Forstwald. Als die Familie Brües 1953 das Haus vom Vormieter Nettelbeck übernahm, blieb auch der Ofen mit den Keramikkacheln in der Bibliothek und ist heute noch zu bewundern.
otto-brües (03)Aufmerksame und kundige Krefelder schätzen zahlreiche Bertlings-Arbeiten wie einige Kratzputzornamente in Krefeld und kennen Peter Bertlings über seine langjährige Tätigkeit als Dozent und als Professor an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Krefeld. Wertvolle Kunstarbeiten sind wunderbare Keramiken.

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Eva Brües hatte das Gebäude 1998 der Stadt geschenkt – sie lebte in diesem Haus weiter bis zu ihrem Tod 2009. Behutsam wurde das Haus umfassend saniert und bietet weiterhin einer Sammlung von etwa 10.000 Büchern einen bedeutenden Platz.
»Die Ziele des Otto Brües-Freundeskreises sind die Pflege und Förderung des gesamten schriftlichen Nachlasses des 1897 in Krefeld geborenen Schriftstellers Otto Brües«, heißt es auf der Homepage der Gesellschaft.
http://www.literatur-in-krefeld.de/indexPC.htm
Fotos @bekebo – Crefelder Geschichte

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2 Gedanken zu „Gastbeitrag Crefelder Geschichte: Das ehemalige Wohnhaus von Otto Brües

  1. Ein außerordentlich interessantes Haus. Hier möchte man den Wänden zuhören können, wenn sie über das Leben in diesem Haus erzählen. Informative Führung, die wir da mitgemacht haben.

    • Wir waren bei dem Besuch im Literaturhaus dabei und waren ebenfalls sehr beeindruckt von der Vielzahl der Bücher und auch dem Charme des Hauses, das liebevoll gepflegt und erhalten wird. Die Führung wurde von Frau Ostrowski informativ und interessant gestaltet und endete mit einem Kaffee in der ehemaligen Küche der Familie Brües.

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