TietzelsTipp: Gehen, ging, gegangen von Jenny Erpenbeck

Jenny Erpenbeck, Gehen, ging, gegangen

In Zeiten, in denen ganz Deutschland wegen der „Flüchtlingskrise“ aufgeregt diskutiert, tut es gut, dieses Buch in die Hand zu nehmen, das ruhig, gleichwohl eindringlich und einfühlsam vermittelt, worum es eigentlich geht: um Menschen nämlich, von denen jeder sein eigenes Schicksal mit sich herum trägt. Und diese Menschen – hier sind es in Berlin gestrandete Schwarzafrikaner – haben zum großen Teil furchtbare Dinge erlebt, haben gesehen, wie Eltern und Kinder getötet wurden, haben selber, bei einer furchterregenden Fahrt über das Mittelmeer, dem Tod ins Auge geblickt und wollen jetzt nur noch eines: weiterleben, in Ruhe und Frieden, wollen arbeiten, um sich genau das zu ermöglichen.

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Dem gegenüber gibt es Gesetze, die genau das verhindern. Diese Menschen haben Europa in Italien betreten, und also ist Italien für sie zuständig, nicht Berlin und nicht Deutschland. In Italien aber hat man sie auf die Straße geschickt. Dort könnten sie sich Arbeit suchen. Aber sie finden keine. Und so sind sie weiter gezogen. Jenny Erpenbeck schildert diese Situation gänzlich unaufgeregt, ohne anzuklagen, ohne aber auch billige Lösungen anzubieten, oder überhaupt Lösungen. Unaufgeregt ist auch ihr Protagonist, Richard, ein gerade emeritierter Hochschulprofessor. Er wird aufmerksam auf die Afrikaner, die auf dem Oranienplatz wild campieren und von dort in verschiedene Unterkünfte gebracht werden. Er findet, ein bisschen verwunderlich vielleicht, dass zwischen diesen „aus der Zeit Gefallenen“ – die nämlich mit ihrer Zeit so gar nichts anfangen dürfen – und ihm selber eine gewisse Beziehung besteht, denn er hat noch nicht gelernt, mit der vielen Zeit, die ihm jetzt gegeben ist, sinnvoll umzugehen.

Richard sucht die Afrikaner auf, zunächst unter dem Vorwand einer wissenschaftlichen Untersuchung, und befragt sie. Von allem Anfang an aber sind das keine Interviews sondern ganz persönliche Gespräche. Gespräche zwischen Richard, der auf der einen, der „richtigen“ Seite steht und den anderen, denen auf der „falschen“ Seite, die hier nicht hin gehören und, auch das ist klar, die nicht werden bleiben dürfen. In dem Augenblick, in dem Richard (und der aufgeschlossene Leser) die Schicksale der Männer und ihre schreckliche Not kennenlernt, begreift er, wie grausam, wie menschenverachtend, wie inhuman das Vorgehen einer Verwaltung nach den vorhandenen, gültigen Gesetzen ist. Niemandem ist ein Vorwurf zumachen. Es schnürt einem die Kehle zu.

Richard hilft. Durch seine Gespräche, sein Interesse, seine Zuwendung, schließlich ganz konkret, indem er einige der Schwarzen, die abgeschoben werden sollen, bei sich wohnen lässt und auch seine Freunde dazu animiert. Das ist kein positives Ende, denn das ist keine dauerhafte Lösung. Es zeigt aber, wie wichtig es ist, jeden Menschen, der geflohen ist, als Menschen wahrzunehmen und sich ihm gegenüber als Mensch zu verhalten. Wenigstens das kann solchen Verlorenen ein Stück ihrer Würde erhalten. Ein ergreifendes, auch sprachlich wunderbares Buch.

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Wer nichts sieht, der weiß auch nichts

von Beate Kehren-Boehm

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Wer nichts sieht, der weiß auch nichts.

Diesen Satz habe ich immer vor Augen, wenn ich durch die Stadt gehe oder fahre. Es gibt so viel zu sehen, dass unser Wissen um die Stadtgeschichte erweitert oder erweitern könnte.

Als Beispiel die alten Villen der Fabrikanten. Die „Reviere“ in unserer Stadt. Wer hat hier gewohnt? Welche Geschichte wird da geschrieben? Zu nennen wären da auch die Villa Poelzig, Haus Gompertz, Haus van Heys, Villa Wirichs, Revier Ulmenstrasse, Villa Waldhof… um nur einige Orte zu nennen.

Krefelder Gärten und Parks sind immer eine Reise wert. Überall gibt es etwas zu sehen und Daheim kann man sein Wissen um die Geschichte der Stadt auffrischen oder auch ergänzen.

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Wir haben uns zuletzt auf den Weg gemacht und haben Wetterfahnen und alte Wetterhähne gesucht. Bei dieser Gelegenheit kann man seinen Blick auf schöne Häuser mit wunderbarem Stuck bewundern oder auch alte Haustüren. Es existieren Wandbilder aus den 50er Jahren, Brunnen, Wasserspiele und noch zahlreiche Denkmäler.

In den letzten zwei oder bald drei Jahren befindet sich die Stadt in großen Veränderungen. Überall wird gebaut – manchmal nicht mit der Zufriedenheit der Bürger. Aber man muss nicht alles schön finden. Hauptsache, es passiert etwas und wenn dann alle sorgsam mit allem NEUEN umgehen, wird das Stadtbild auch wieder schön werden.


Wer nichts sieht, der weiß auch nichts.

Ich hatte Bedenken mit der „Pokemon-Sucht“ – wollte aber auch nicht zu der heutigen Miesepeter-Gesellschaft gehören. Also: abwarten! Nun muss ich sagen, das die neuen Reize und Trends mich mitgezogen haben – obwohl ich mich nicht der Masse anschließen wollte. Ich werde das Pokemon auch nicht nutzen, da ich mit meinem Handy nur telefoniere. Aber mich begeistert es, das die Jugend zur Zeit ein verstärktes Teamwork entwickelt und sich mehr Bewegung gönnt. Es ist also erstmal nicht alles schlecht. Ich erinnere an unsere Schnitzeljagd – im Prinzip ähnlich!

Der 23jährige Sohn ist z.B. früh aus dem Haus mit der Freundin. Man trifft sich mit anderen Fans, um die Stadt zu erkunden. Das finde ich mehr als positiv – denn dabei lernen sie etwas. Denn es ist jetzt Sonntagnacht, etwa 1:09 Uhr und hier in Uerdingen sitzen etwa 35 junge Leute auf dem Mäuerchen, andere mit Campingstühlen vor dem Nord-West-Türmchen an der ehemaligen Stadtmauer um einen Pokemon einzufangen. Ich bin mir sicher, dass die meisten vorher das Türmchen nicht kannten.

Wie das im Strassenverkehr ablaufen soll, weiß ich nicht, aber da kommt jetzt das Stichwort Eigenverantwortung ins Spiel.

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Fotos
No 1 – Blick von der Terrasse der KR-ONE im Behnischgebäude

No 2 – Rheinoase

No 3 – Am Rheintor

No 4 – Burg Linn

No 5 – Museum

TietzelsTipp: Männer mit Erfahrung von Castle Freeman

Castle Freeman, Männer mit Erfahrung

Ich warne Sie: dies ist keine ernst zunehmende Literatur, hier geht es nicht um erbauliche Gedanken oder um Probleme, mit denen man sich immer schon mal auseinander setzen wollte.

Das hier ist einen einfache Geschichte, mit einfachen Menschen, und am Ende des Tages ist sie auch schon vorbei. Sie geht gut aus, das heißt: schlecht. Und das ist gut. Die Sprache besteht aus kurzen, klaren Sätzen, und wenn es sich um wörtliche Rede handelt – das tut es fast ausschließlich – werden einem die Wörter wie Pingpong-Bälle um die Ohren gehauen. So hetzt man durch dieses kurze Buch, und wenn man nicht schon am Anfang genervt entscheidet, dass das nicht die Art Roman ist, auf die man sich einlassen möchte, dann liest man die Story in einem Rutsch durch. Denn sie ist spannend, von absurder Komik und irgendwie nicht ganz von dieser Welt.

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Eine junge Frau, Lillian, wird in einem Kaff in Vermont, USA, von einem Mann bedroht, einem Bösewicht, der sie fertig machen will. Und sie will sich das, gegen alle Vernunft, nicht gefallen lassen. Der Sheriff des Ortes, Hüter von Recht und Ordnung, den sie um Hilfe bittet, erklärt ihr, dass er ihr nicht helfen kann, weil ja noch nichts geschehen ist. Er verweist sie auf einen Typen, der diesen Blackway, den Bösen, kennt und ihr – vielleicht – helfen wird. Zunächst schickt er sie zu Whizzer, dem Besitzer einer nicht mehr existierenden Stuhlfabrik. Whizzer sitzt im Rollstuhl. Er ist uralt, wie seine Freunde, die mit ihm ihre Tage redend und Bier trinkend „rumbringen“. Es ist nicht sofort offensichtlich, aber das sind Männer mit Erfahrung. Auch Lillian kapiert das zunächst überhaupt nicht. Was dann geschieht, wie diese junge, eigensinnige, sture Person mit den langen Haaren widerwillig und verzweifelt mit einem starken Dummkopf und einem sehr alten Mann loszieht, um den Bösen fortan davon abzuhalten, ihr weiterhin nachzustellen, das ist so aberwitzig wie logisch.

Das Unternehmen scheint völlig aussichtslos, weil die Gegner so ungleich sind und eigentlich von allem Anfang an klar ist, dass das Gute sich niemals gegen das Böse durchsetzen kann. Denn Blackway tyrannisiert die Gegend nicht erst seit gestern, und der Sheriff hat die Lady aus gutem Grund abblitzen lassen. Andererseits ist das Böse irgendwie einseitig und scheint nur eine Richtung zu kennen. Les dagegen, der alte Mann, der sich zusammen mit dem etwas tumben aber furchtlosen Nate the Great, wie man ihn nennt, auf das Abenteuer eingelassen hat, ist ziemlich gerissen und kennt einige Tricks: auch er ein Mann von Erfahrung eben.

Dem Autor gelingt es, die ganze haarsträubende Geschichte völlig plausibel zu machen. Denn dass Lillian darauf besteht, nicht sie habe vor dem Bösen zu kuschen, sondern das Böse selbst müsse aufhören, nötigt den alten Männern Respekt ab. Deswegen hilft man ihr. Man zieht es durch bis zum Ende, wie es heißt. Wie im Wilden Westen. Spannend, lustig, verblüffend, beruhigend und trotz des unschönen Endes oder gerade deswegen: tief befriedigend.

TietzelsTipp: Die Reputation von Juan Gabriel Vásquez

Juan Gabriel Vásquez, Die Reputation

Ein bolivianischer Karikaturist, Javier Mallarino, wird mit 65 Jahren offiziell für sein Lebenswerk geehrt. Ein Lebenswerk, das darin bestand, politisch und moralisch den Finger auf Wunden zu legen und andere Menschen recht bedenkenlos an den Pranger zu stellen. Seine Umgebung und er selber hielten und halten das für richtig und ehrenwert.

Einzig seine Frau, Magdalena, mit der er eine Tochter hat und die er immer noch liebt, von der er aber seit Jahrzehnten geschieden ist, hat ihn manches Mal auf die Zweifelhaftigkeit seines Tuns und seiner Einstellungen hingewiesen. Aus einer anfänglichen Bewunderung Magdalenas wurde schließlich eine Entfremdung, die wohl zum Bruch der Ehe führte. Am Tag der Ehrung scheint eine neuerliche Annäherung möglich. Magdalena bleibt in der folgenden Nacht bei ihm.

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Am nächsten Tag empfängt er eine junge Journalistin, Samanta, die in seinem Arbeitszimmer angesichts der Karikaturen an den Wänden plötzlich gesteht, sie sei keine Journalisten, habe nur in sein Haus kommen wollen, weil sie in diesem Haus schon einmal gewesen sei, vor achtundzwanzig Jahren. Das habe sie bei der Ehrung am Vorabend bei der Vorführung seiner alten Zeichnungen plötzlich gespürt. Obwohl Mallarino sich zunächst überhaupt nicht erinnert, tut er es dann doch. Samanta war eine Freundin seiner eigenen Tochter und mit dieser damals auf einem Fest zugegen, das Mallarino gab. Die Kinder tranken unbeobachtet die Alkoholreste aus herumstehenden Gläsern und waren schließlich besinnungslos betrunken. Sie wurden ins Bett gebracht, ein herbeigerufener Arzt gab allerdings Entwarnung. Ein anwesender Politiker, den Mallarino mit Karikaturen verunglimpft hatte, und der flehentlich darum gebeten hatte, nicht mehr gezeichnet zu werden, wird von Samantas Vater, als dieser seine Tochter abholen will, im Zimmer der Mädchen angetroffen. Der hoch geschobene Rock des Kindes scheint darauf hinzudeuten, dass hier eine sexuelle Handlung stattgefunden hat. Statt nun die Polizei zu rufen und den Sachverhalt aufzuklären, vernichtet Mallarino den Politiker mit einer neuerlichen Karikatur, die ihn als Mädchenschänder zeichnet. Der Mann gibt sein politisches Amt auf und wird sich aus dem Fenster stürzen. Samanta will nun Jahre später von Mallarino „die Wahrheit“ wissen. Aber die Wahrheit kann Mallarino auch nicht sagen, weil er damals nicht in dem Zimmer gewesen ist. Zum ersten Mal erhebt sich wohl für ihn die Frage, in wie weit er für seine Karikaturen und deren Folgen Verantwortung trägt.

Das ist, so scheint mir, ziemlich an den Haaren herbei gezogen. Insbesondere die Person der Samanta ist wenig glaubwürdig. Obwohl sie damals volltrunken war und keinerlei Erinnerung mehr an irgendetwas hat, scheint sie jetzt, nach achtundzwanzig Jahren, verfolgt von der Idee, es könnte ihr damals etwas angetan worden sein. Und Mallarino, der Jahrzehnte lang die heftigen Reaktionen auf seine Zeichnungen mit Schrecken und Genugtuung registriert hat, denkt jetzt zum ersten Mal über Verantwortung nach? Sehr bedauerlich und recht unbefriedigend.

TietzelsTipp: „Einfach nur weg. Die Flucht der Kinder“ von Ute Schaeffer

Ute Schaeffer, Einfach nur weg. Die Flucht der Kinder

Die Autorin war Chefredakteurin bei der Deutschen Welle und hat aus einigen der Länder, um die es in diesem Buch geht, Bericht erstattet und kennt sie aus eigener Anschauung. Das mag geholfen haben bei der nicht immer leichten Annäherung an zwölf minderjährige Jungendliche, die sich ohne ihre Eltern oder andere Familienangehörige auf die Flucht begeben haben und inzwischen in Deutschland gestrandet sind.

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Alle diese Jugendlichen – neun Jungen und drei Mädchen – haben Schreckliches erlebt auf ihrer Flucht, aber ebenso traumatisch waren die Erlebnisse in ihren Heimatländern, die zu der Flucht geführt haben als dem einzig möglichen Weg, das eigene Überleben zu sichern. Ganz deutlich wird, dass keines der Kinder je von sich aus daran gedacht hat, die Heimat zu verlassen. Und Deutschland als Ziel hat bei kaum einem im Vordergrund gestanden, ja manche hatten von Europa nicht einmal eine Vorstellung. Der erste Impuls, der Anstoß zur Flucht, lag immer in den Verhältnissen vor Ort. Man wollte weg von dort, wo das Leben nicht mehr möglich war, und zwar egal wohin. Die Gründe waren unterschiedlich: sei es, wie im Fall von Ali aus Sierra Leone, dass seine Mutter an Ebola erkrankt und gestorben war und er selber daraufhin von allen gemieden wurde. Als eine Art Aussätziger fand er keine Arbeit mehr, konnte sich nicht mehr ernähren. Sei es, dass religiöse Fanatiker in Somalia die jungen Männer bedrohten und bedrängten, sich dem IS anzuschließen oder selber getötet zu werden, sei es wie im Fall von Yamina aus Guinea, dass kriegerische Auseinandersetzungen zur Ermordung der Eltern und Vergewaltigung der Schwester führten, die daran starb.

Im Schrecken und in der Grausamkeit ähneln sich die traumatischen Erlebnisse, auch die auf der Flucht, auf der ausnahmslos alle die Erfahrung machen mussten, von menschenverachtenden Schleppern ausgenommen, wie Vieh behandelt, manchmal regelrecht verkauft oder als Geiseln genommen zu werden, um immer mehr Geld aus ihnen heraus zu pressen. Das alles zu lesen macht einen fassungslos, hilflos und wütend. Es beweist, in welchem Maße Menschen zu ungebremster Brutalität im Eigennutz fähig sind, und man verliert den Glauben daran, dass sich jemals in dieser Welt etwas zum Guten wenden könnte. Es mag ein kleiner Trost sein, dass manche der Flüchtlinge auch Hilfe erfahren haben und dass ausgerechnet Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern eine positive Rolle spielt.

Inzwischen, im Mai 2016, wird in der Zeitung von ca. 65.000 unbegleiteten Minderjährigen allein in Deutschland berichtet, und das bringt sicher viele Probleme mit sich, die nicht geleugnet werden sollen. Dieses Buch verweist aber bei allem auf zwei sehr wichtige Punkte: erstens, jedes dieser Kinder ist ein Individuum mit einem eigenen, zumeist furchtbaren Schicksal. Das sollten wir niemals vergessen und nicht aufhören, uns menschlich um sie zu kümmern. Und zweitens: junge Menschen, die solche Erfahrungen gemacht und überlebt haben, sind stark und Kämpfernaturen, denen wir helfen sollten. Am Ende werden sie uns helfen.

TietzelsTipp: „Willkommen auf Skios“ von Michael Frayn

Michael Frayn, Willkommen auf Skios

Mögen Sie Slapstick? Wenn nicht, lassen Sie die Finger von diesem Roman. Wenn Sie aber bereit sind, sich auf völlig verrückte Unwahrscheinlichkeiten einzulassen, werden Sie sich wahrscheinlich amüsieren.

Es ist wie bei diesen Boulevard-Komödien, bei denen Personen verwechselt werden und die Auflösung erst ganz zum Schluss erfolgt, weil vorher immer auf der rechten Seite der Bühne die Türen aufgehen, während sie sich im selben Moment auf der linken Seite schließen. Wie in Stücken, in denen immer im richtigen Moment die falsche Person auftaucht: hier auf der griechischen Insel Skios. Der charmante Frauenheld (und auch sonstige Versager), Oliver Fox, lässt sich anstelle eines ihm völlig unbekannten Wissenschaftlers, Dr. Norman Wilfred, von der hübschen Assistentin einer namhaften Stiftung abholen und schlüpft in dessen Rolle. Durch die Verwechslung von Koffern wird der richtige Dr. Wilfred am Flughafen aufgehalten und schließlich, weil er, wichtiger Mann der er ist, sich nicht mehr an die Adresse der Stiftung erinnern kann, wo er seinen noch wichtigeren Vortag halten soll, von einem Taxifahrer zu einen Haus am Ende der Welt gebracht, in dem eigentlich Oliver Fox landen sollte.

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Es macht nichts, dass die ganze Geschichte völlig blödsinnig ist, dass man nicht wirklich glauben kann, dass ein zwar sympathischer aber unbedarfter Hallodri eine ganze vornehme und eigentlich gebildete Gesellschaft an der Nase herumführen kann. Das ist vorhersehbar und gewollt absurd, und man kann über die Dummheit der Schönen und Reichen und Eingebildeten und Arroganten, die sich so leicht täuschen lassen, schadenfroh lachen.

Dass der entgeisterte Wissenschaftler, der zunächst noch glaubt, tatsächlich in der Stiftung gelandet zu sein und über eine Telefondame der Stiftung, die ihn ebenfalls auf dem Gelände glaubt, mehrmals und bis zur Erschöpfung in die Irre geschickt wird, dass er nachts von der Freundin des Oliver Fox, die ihren Freund in diesem Bett vorzufinden hofft, auf äußerst angenehme Weise geweckt wird und tausend andere höchst unglaubliche Verwicklungen, nimmt man ungerührt hin, wenn man sich einmal darauf eingelassen hat.

Zwei skurrile Taxifahrer, Brüder, die augenscheinlich neben dem Flughafen nur zwei Adressen auf der Insel kennen, nämlich die der Stiftung und die des abgelegenen Hauses, tragen das Ihre zu dem absurden Theater bei. Alles spielt sich wie ein Film vor unserem inneren Auge ab. Manchmal habe ich laut aufgelacht, zum Beispiel, weil ich mir vorstellte, wie das wohl ist, wenn ein Koffer aus dem Taxi geworfen wird. Zum Schluss allerdings wurde es mir ein bisschen viel.

Der Showdown, nämlich die brennende Frage, was passiert, wenn der große Ahnungslose jetzt einen wissenschaftlichen Vortrag halten soll, gerät dann auch wirklich zu einer kleinen Apokalypse. Was denn sonst. Amüsante Unterhaltung.

TietzelsTipp: „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry,

Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz

Das Buch – eines der berühmtesten Kinderbücher der Welt – braucht man niemandem vorzustellen. Aber nachdem 2015 die Rechte des Karl Rauch Verlags, Düsseldorf, abgelaufen sind, gibt es eine Reihe neuer Übersetzungen, über die man vielleicht nachdenken kann.

Die Mediothek bietet neben der ersten Übersetzung ins Deutsche von Grete und Josef Leitgreb aus dem Jahr 1950 (Exemplar leider stark ramponiert) zwei neue Übersetzungen von 2015 an, die Reclam-Ausgabe mit dem Text von Ulrich Bossier und die Prachtausgabe aus dem Arche-Verlag mit der Übersetzung von Hans Magnus Enzensberger.

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In einem Artikel in der FAZ vom Februar 2015 kommentiert Felicitas von Lovenberg diese und weitere Neu-Übersetzungen. Dort zitiert sie eine Bemerkung des Rauch-Verlegers, der behauptet, dass die „meist wertkonservativen Deutschen“ den „Klang der Originalübersetzung“, nämlich der von 1950, besonders schätzen würden. Und sicher kennen die meisten Leser eben diesen Text, der ihnen also vertraut ist.

Aber erstens kann es meiner Meinung nach eine „Originalübersetzung“ logischerweise gar nicht geben. Es gibt eine erste Übersetzung, aber die ist nicht „originaler“ als alle anderen. Jeder Übersetzer hat ein anderes Sprachgefühl und bringt deshalb seine eigene – originale – Übersetzung hervor. Zweitens stimmte es aber auch, dass der Zeitpunkt einer Übersetzung eine Rolle spielt, denn unsere Sprache ist zeitgebunden.

Wenn man jetzt die Ausgabe von 1950 zur Hand nimmt, dann kommt sie einem doch ein bisschen bieder vor. Ausdrücke wie „die großen Leute“ statt „Erwachsene“ oder „kleines Kerlchen“ und „Weisung“ statt „Vorschrift“ oder „der Eitle“, das liest man heute anders. Andererseits sind bestimmte Sätze unübertroffen. Wenn der Fuchs wissen will, ob es auf dem Planeten des kleinen Prinzen Jäger gibt, und der kleine Prinz verneint, wenn der Fuchs weiter hoffnungsfroh fragt, ob es dort Hühner gibt und er wiederum ein „Nein“ hört, seufzt er: „Nichts ist vollkommen“. Enzensbergers „Na ja, nichts auf der Welt ist wie im Paradies“ hört sich dagegen etwas gewollt an. Bossier lässt es bei der alten Übersetzung. Überhaupt, da wo die Leitgrebs eine besonders gute Formulierung gefunden haben, übernehmen viele der weiteren Übersetzer sie klugerweise. Denn manches ist einfach nicht besser zu machen. Auch der Hauptsatz: “Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“ (Leitgreb, Bossier) wird durch Enzensberger nicht wirklich schöner ausgedrückt: „Man begreift gar nichts, wenn das Herz nicht dabei ist. Das, worauf es ankommt, ist mit bloßem Auge nicht zu sehen.“

Ob man Kinder heute noch mit dem „kleinen Prinzen“ berühren kann? Es schien mir immer schon eigentlich ein Buch für Ältere, denn es ist nicht nur einfach geschrieben, sondern durchaus hintergründig. Auf jeden Fall glaube ich, dass es der moderneren Sprache der beiden Neu-Übersetzungen eher gelingen kann, die Kinder von heute zu erreichen.

Sie wollten nur einen Tisch tragen und fanden DAS!!

Hallo zusammen,

einmal, nur ein einziges Mal wollten wir auch so einen „Clickbait“-Artikel posten ;). Dabei geht uns der Grund für dieses Posting ganz schön auf die Nerven. Aber der Reihe nach. Letzte Woche hatten wir eine Veranstaltung in den Studios. Dafür mussten Tische rausgetragen werden….alles so wie immer halt. Bis und einer der Füße des Tische vor unsere eigenen fiel. Alle Schrauben waren weg….

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Die fanden wir dann, nach einigem suchen, überall im Studio verteilt. Unter andere Tische geklebt, auf der Gaderobe, auf der Fensterbank….

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Direkt neben dem defekten Tisch steht Nele an der Wand….also der Name, nicht Nele. Ein Indiz? War es diese ominöse Nele….oder hat die Schmiererei eventuell gar nichts mit der Sabotage zu tun?

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Mal ganz im Ernst Leute, das ist Scheiße! Wir stellen Euch da jeden Morgen die Studios zum lernen und abhängen zur Verfügung und sagen ja schon gar nichts, wenn es da Abends aussieht wie nach dem Oktoberfest am Kotzhügel…aber wenn ihr jetzt ernsthaft anfangt, das Möbilar auseinander zu bauen, dann müssen wir uns was überlegen…..was in letzter Konsequenz heißt, dass wir Euch die Studios so nicht mehr anbieten können….das finden wir Kacke und ihr sicher auch….also, fürs erste Mal, zwar angenervt aber, Schwamm drüber….aber seht zu, dass es da zu keiner Wiederholung kommt, ok?
Wir müssen das Teil nämlich wieder zusammenbauen….und es ist jetzt nicht gerade so, dass wir in der Mediothek nicht auch noch ein paar andere, wichtigere Dinge zu tun hätten…

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Kommt alle gut in den Tag, Leute
Euer Mediotheksteam

Besuch im Kaiser-Wilhelm-Museum

Besuch im Kaiser-Wilhelm-Museum von Beate Kehren-Böhm

Am ersten Wochenende im April konnten wir als Gruppe von 24 netten Nasen unter der Leitung von Herrn Janzen das renovierte und auch restaurierte Kaiser-Wilhelm-Museum besuchen. In knapp zwei Stunden versorgte uns Herr Janzen mit außergewöhnlichen Informationen und auch „Insider-Wissen“. Dafür noch einmal ein großes DANKESCHÖN!

Weiße leere Wände und Räume voller Licht konnten wir als Besucher wohltuend wahrnehmen. Kunst gab es nur in einem Raum – das nach 40 Jahren wieder in vier Wandbereichen freigelegte Gemälde von Johan Thorn Prikker, das der Künstler 1923 gestaltet hatte.

Allerdings hat es mich erstaunt, dass einige Krefelder so wenig über das Museum und vor allen Dingen zum Namensgeber Kaiser-Wilhelm I wissen. Ein großer Fehler beruht auch darin, dass die Vermutung, es ginge hier um Kaiser Wilhelm I I wirklich völlig falsch ist.

Dazu aus dem Bundesarchiv Bild 102-00625A: Kaiser Wilhelm I. mit Sohn, Enkel und Urenkel:

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Wilhelm I.: * 22. März 1797 † 9. März 1888 – Kaiser ab 1871

Friedrich III.: 18. Oktober 1831 † 15. Juni 1888 99-Tage-Kaiser,

Wilhelm II.: 27. Januar 1859 in Berlin; † 4. Juni 1941 in Doorn, von 1888 bis 1918 letzter Deutscher Kaiser und König von Preußen

Wilhelm: 1882-1951, Kronprinz, Chef des Hauses Hohenzollern 1941-1951 * 6. Mai 1882 † 20. Juli 1951 in Hechingen

Als Wilhelm I am 9ten März 1888 stirbt, wünschten Stadtverordnete und Bürger ein Denkmal zu Ehren des Kaisers. So entstand der Gedanke nach einem Standbild und nach einem Museum, das aus zum großen Teil privaten Mitteln finanziert werden sollte. Die Sammelaktion wurde großartig mit damals 100.000,- Mark unterstützt von Marianne Rhodius.

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Mein Urgroßvater hat mich 1957 oder 1958 erstmalig in das Museum geführt und damals ging ich noch nicht zur Schule. Wenn ich später bei den Urahnen auf der Gabelsbergerstrasse zu Besuch war, waren Einkäufe immer auf der Marktstrasse geplant – angefangen bei Casaretto, im Sommer ein kleines Bier für den Uropa bei Herbst, Fischbörse, später dann auch die Sparkasse, Kerfs, Sommer auf der linken Seite und an der Kreuzung zum Metzger – daneben war einer der ersten Selbstbedienungsläden in Krefeld. Konsum und später Rewe? Das weiß ich nicht mehr. Aber dass wir manchmal zuerst in das Kaiser-Wilhelm-Museum gingen, gehört zu meinen selbstverständlichen Erinnerungen. Immer mit einer kleinen Kletterei auf dem Relief von Luis Tuaillon verbunden. Auch heute noch ein Objekt der Kinder zum klettern.

Sehr gut kann ich mich an den imposanten Treppenaufgang im Museum erinnern und an die große Kaiser-Figur, die dort seit 1899 in der Nische stand. Das erklärt heute jedem Passanten die unbehauene Rückseite . Das folgende Foto stammt aus meiner Postkartensammlung:

3-TreppenaufgangMit der absolut umfangreichen Baumaßnahme der letzten Jahre gehört auch ganz sicher die Anhebung des Daches im nördlichen Flügel. Hier wurde mit dieser Baumaßnahme einiges an Platz dazu geschaffen. Der neue Bereich ist auf dem folgenden Foto gut erkennbar.

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Etwa 12.000 Besucher waren an diesem ersten April-Wochenende im neu eröffneten Kaiser-Wilhelm-Museum. Die Besucher aus unserer Gruppe vergessen nicht die 17,7 Millionen Euro, die diese Renovierung gekostet hat. Allerdings sehen wir hier einen fantastischen Umbau, der für die kommenden Generationen erhalten werden konnte. Chapeau!

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Ein ganz besonderes Vergnügen war die Veranstaltung am Sonntagabend um 20:30 Uhr. Trotz leichtem, zeitweiligem Nieselregen stand der Westwall voll mit Menschen, die teilweise staunend das Spektakel beobachteten. Meiner Familie und mir hat diese bunte Aktion gut gefallen – auch wenn der Mann neben uns seiner Gattin zuraunte „ na ja, für Krefeld ging das ja so“
Ach, diese Pessimisten und ewigen Nörgler….. unverbesserlich!

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Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Museums ist am 2ten Juli 2016

Wer mehr über die grandiose Abschlußveranstaltung sehen möchte, kann dies auf dem YouTube-Kanal unter >>>
Abschlußveranstaltung Kaiser-Wilhelm-Museum Krefeld“ oder unter „Kaiser-Wilhelm-Museum Krefeld Abschlußveranstaltung

TietzelsTipp: „H“ wie Habicht von Helen Macdonald

Helen Macdonald, H wie Habicht

Dieses Buch ist eine Herausforderung, und es ist unvergleichlich. Es ist kein Roman, obwohl in ergreifender Weise eine Geschichte erzählt wird, und es ist nur unzulänglich als Sachbuch beschrieben, obwohl es eine Menge Wissen über Greifvögel vermittelt. Hier geht es um die Beziehung Mensch und Tier. Aber was für ein Tier! Und was für ein Mensch, muss man gleich hinzufügen. Helen Macdonald, die heute an der Universität von Cambridge Geschichte und Philosophie der Wissenschaften unterrichtet, war sicher schon als Kind ungewöhnlich in ihrer Liebe, ja Obsession für Greifvögel. Sie wurde Falknerin und hat auch ein Buch darüber geschrieben, ein Sachbuch. „H wie Habicht“ ist nicht „sachlich“, es ist vielmehr von einer stürmischen, bisweilen verstörenden Emotionalität. Als im Jahr 2007 Macdonalds Vater verstirbt, da ist sie 37 Jahre alt, trifft sie dieser Verlust bis ins Mark.

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In einem nicht zu steuernden Verlangen beschließt sie, einen Habicht zu zähmen, abzutragen, wie es im Fachjargon heißt. Obwohl sie sich mit Greifvögeln auskennt, ist dies eine heikle und schwierige Aufgabe, weil Habichte extrem scheu und wild sind. Mehrfach nennt die Autorin sie sogar „mörderisch“. Obwohl mir das Wort nicht wirklich zutreffend scheint, endet die Jagd eines Habichts naturgemäß blutig und scheint grausam. Der Vogel schlägt seine Klauen in das Opfer und frisst es bei lebendigem Leibe, wenn es nicht gleich tot ist.

Der Weg, sich dem Vogel so anzunähern, dass Vertrauen entsteht, und der Habichtler den Vogel schließlich fliegen kann, das heißt ihn frei lassen kann und er trotzdem zu ihm zurück kommt, wird in aller Eindringlichkeit, mit aller Angst vor Rückschlägen, mit aller Freude bei Erfolgen beschrieben. Distanziert wird der Leser jedoch bemerken, wie die Hingabe an ihre Aufgabe die Autorin zu verschlingen droht. Sie entfremdet sich der menschlichen Gesellschaft, lebt nur noch für ihren Habicht bis zu einem Punkt, an dem sie selber glaubt, wie der Vogel zu fühlen, wie er die Welt zu sehen, sich geradezu in einen Habicht zu verwandeln. Man begreift, dass sich hier ein psychologisches Drama abspielt, und dass das mit dem Versuch, die Trauer und den Schmerz über den Verlust des Vaters zu verarbeiten, zusammenhängt. Gott sei Dank versteht Macdonald rechtzeitig, dass sie auf dem Weg ist, abzudriften, erkennt ihre Depression und lässt sich von einem Arzt helfen. Die eigentliche Arbeit, aus diesem eigentümlichen Zustand als Vogelwesen wieder zurück in die menschliche Gesellschaft zu finden, muss sie aber alleine schaffen. Eine späte Trauerfeier für ihren Vater hilft ihr dabei.

Macdonald flicht in die Beschreibung ihres eigenen Weges die Erfahrungen von T.H. White ein, dem Autor von „Der König auf Camelot“, den seine sadistisch geprägte Homosexualität zu einem Außenseiter der Gesellschaft machte und der ebenfalls versuchte, einen Habicht abzutragen. In seinem 1951 erschienenen Buch, „The Goshawk“, beschreibt er schonungslos die Fehler, die er dabei gemacht hat. Macdonald setzt sich einfühlsam mit Whites Erfahrungen auseinander, vergleicht sie mit den eigenen. Ihr klarer Verstand und ihre Beobachtungsgabe verhindern, dass der Wahnsinn, dem sie zu verfallen droht, wirklich Besitz von ihr ergreift.