Amts- und Landgericht Krefeld

Von Beate Kehren-Böhm

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Im Februar 2016 waren wir mit unserer Facebook-Gruppe „Crefelder Geschichte“ in beiden Gerichtsgebäuden zu einer Besichtigung eingeladen. Diese Aktion wurde wunderbar erklärend begleitend mit dem Vertreter der Vorsitzenden, Richter am Landgericht Dr. Laumann, mit Christian Tenhofen – Richter am Amtsgericht und Pressedezernent des Landgerichts und zwei Justizangestellten.

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Die meisten Krefelder haben vielleicht kein gutes Gefühl beim Eintritt in dieses Gebäude. Aber wenn wir die vielleicht unangenehmen Gründe eines Besuches zur Seite schieben und uns nur auf die „Schönheit“ des imposanten Gebäudes einlassen…. schon muss man begeistert sein.

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Die „hauseigenen“ Zellen des Amts- und Landgerichts waren leider nicht zugänglich. Hier verweilten „Zwischengäste“, die auf ihre Verhandlung oder die Rückführung nach Anrath warteten. Und da war für uns aus Sicherheitsgründen nun mal kein Einlass. Aber ein Blick aus einem sonst nicht zugänglichen Bürofenster war möglich – bis in den Innenhof des Gefängnisses.

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Und dass auf der Steinstrasse einmal die Strassenbahn fuhr, wussten die meisten netten Nasen aus unserer Gruppe vorher auch nicht.

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Oben in einem der weitläufigen Flure hängt im Großformat ein Foto vom historischen Schwurgerichtssaal. So viel angestaubte Romantik hatte leider keinen Bestand.

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Ein Justizangestellter mit ganz viel Wissen führte uns durch das arg angestaubte Aktenlager. Stöbern unter Aufsicht war möglich.

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…und die älteste Akte in diesem Gericht stammt aus dem Jahr 1903

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Aus dem Aktenlager den Weg weiter unter den Dachbalken und man steht unter der Kuppel, die am Preußenring zu sehen ist – genial!!

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Unter den Balken der riesigen Kuppel befinden sich auch die Motoren für die mächtigen Lampen im großen Sitzungssaal – denn irgendwie muss man mal zu reinigen da dran kommen….

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Die wunderschöne Stuckdecke, wurde mit großem Aufwand um 1976 aufwändig restauriert.

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Diese Fenster konnten trotz einem neuen, angehängten Bürotrakt erhalten werden da der „Zwischenraum“ beleuchtet wird.

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Hier ein Link von Justiz-Online, der viele Infos aufzeigt:
http://www.lg-krefeld.nrw.de/behoerde/gerichtsvorstellung/historie/index.php

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Zentralblatt der Bauverwaltung. Ausgabe 43. 1923, Nr. 51/52
Erschienen 1923
Das „Zentralblatt der Bauverwaltung“ widmet am 27. Juni 1923 dem Neubau des Landgerichts und der Erweiterung des Amtsgerichtes in Krefeld einen großen Artikel.
http://digital.zlb.de/viewer/image/14688302_1923_027/1/#topDocAnchor

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Unsere Mitglieder aus der Facebook-Gruppe „Crefelder Geschichte“ waren wohl die bisher einzigen Bürger – außer Schul- und Studienklassen – die sich für das Gebäude ausführlich interessierten. Noch einmal möchten wir uns bei den begleitenden Fachleuten wie Richter und Justizangestellten für ihre geduldigen Erklärungen und ihre Zeit bedanken.

Ein entspannter Abschluss bei Kaffee, kühlen Getränken und einem kleinen Imbiss hatten wir uns später tatsächlich verdient!

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Praktikumsbericht von Viktoria

Hallo zusammen,

Ende letzten Jahres war Viktoria aus der Mauritius Mediathek, also der Stadtbibliothek aus Wiesbaden bei uns zu Gast. Wenn ihr mögt, lest doch mal in ihren Parktikumsbericht rein:

Am Montag begann mein Praktikum in der Mediothek Krefeld, als erstes bekam ich eine Führung durch das Gebäude. Die Mediothek besteht aus 9 Ebenen + dem sogenannten Atrium (für Veranstaltungen), der Kinder- und Jugendbibliothek und dem Foyer. Auf den Ebenen 0-8 befinden sich die Romane und die Sachliteratur, obwohl die Bibliothek die ASB verwendet, sind die Medien nicht zwangsläufig danach aufgestellt. Man hat kleine Kabinettbibliotheken zu bestimmten Themengebieten eingerichtet. Um die Recherche für Nutzer zu vereinfachen sind alle Regale durchnummeriert. Im Atrium befinden sich alle Non-Books, sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder und Jugendliche. Die Regale sind beweglich und können nach Bedarf für Veranstaltungen weggerollt werden.
Das Foyer ist der Eingangsbereich, hier befinden sich der Rückgabeautomat, die Selbstverbucher, der Kassenautomat, die Informationstheke, ein Bücherflohmarkt, ein Verkaufsstand der „Freunde und Förderer der Mediothek Krefeld“ und ein Tisch mit Neuerwerbungen.
Der Verkaufsstand des Fördervereins bietet Selbstgemachtes z.B. Taschen, Schals an und die Einnahmen kommen der Mediothek zugute.
Nach dem Rundgang und der Einführung half ich beim Videodreh für das aktuelle Kalendertürchen. Die Mediothek und das Theater Krefeld machen jedes Jahr einen Online-Adventskalender, jeden Tag wird ein Türchen auf Facebook gepostet.
Für das aktuelle Türchen filmten wir den Leiter der Bibliothek der ein Weihnachtslied sang und Klavier spielte. Nach dem Drehen wurde das Video noch bearbeitet und schließlich bei Facebook gepostet. Für die Zeit meines Praktikums habe ich Administrator-Rechte für die Facebook-Seite der Mediothek bekommen. So konnte ich selber Beiträge posten und war immer auf dem Laufenden.

Am Dienstagmorgen stellte ich mit Kollegen den Rücklauf der Kinder- und Jugendabteilung ein. Die Kinderbücher sind nach Altersstufen sortiert, es fängt an mit den Bilderbüchern (unsortiert), dann kommt die 1. und 2. Lesestufe (nach Reihen sortiert z.B. Leselöwe, Bücherbär) und die Kinderomane sind nach Genre und Autorenalphabet aufgestellt.
Zusätzlich gibt es die Gruppe „Junge Junge“, hier stehen Bücher extra für Jungs. Die Kindersachbücher sind nach der ASB aufgestellt und die Jugendromane ebenfalls nach dem Autorenalphabet innerhalb des Genres.
Nach dem Einstellen half ich beim Abbauen der Bühne im Atrium, die noch von der letzten Veranstaltung stand. Danach schoben wir die Non-Book Regale wieder an ihren Platz.
Anschließend machte ich mit einer Kollegin den Rücklauf-Dienst. Im Rücklauf-Dienst leert man alle Bins und verteilt die Medien auf die Wagen der Ebenen, wenn die Wagen voll sind bringt man sie auf die entsprechende Ebene und räumt sie ins Rücklaufregal ein.
Danach war ich an der Infotheke im Foyer, hier werden Fragen der Nutzer beantwortet und die W-Lan-Codes ausgegeben.
Später ging ich noch an die Theke für Anmeldungen (Ebene 0), hier finden nur Neuanmeldungen und Ausweisverlängerungen statt.

Am Mittwoch stellte ich wieder den Rücklauf der Kinder- und Jugendabteilung ein. Anschließend fand eine Führung für eine 5. Schulklasse statt, nach der Führung machten die Kinder noch eine Rallye, um die Mediothek noch besser kennenzulernen.
Die Schulklasse war eine Integrationsklasse mit körperlich behinderten Kindern, ich half dabei die Kinder zu betreuen und ihnen die Mediothek etwas näher zu bringen.
Anschließend ging ich an die Infotheke im Foyer und half zwischendurch beim Rücklauf.
Danach machten wir einen Facebook-Post für die Lottoziehung. Das war eine Aktion der Mediothek, wo die Nutzer, wenn sie Gutscheine (für Gebühren) kauften, ein Lotto-Los bekamen. Ich spielte die Lotto-Fee und zog die Zahlen zu den unterschiedlichen Preisen
z.B. eine geschenkte Jahresgebühr, Bücher etc., die Ziehung wurde gefilmt und dann gepostet.
Später half ich bei den Vorbereitungen für ein Krippenspiel dass eine Kita-Gruppe für ihre Eltern aufführt. Nach dem Krippenspiel bastelten die Eltern noch mit ihren Kindern. Anschließend half ich noch beim Aufräumen.

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Am Donnerstagmorgen stellte ich den Rücklauf der Kinder- und Jugendabteilung ein.
Danach nahm ich an einem Meeting teil. In dem Meeting wurden die Veranstaltungen für das nächste Jahr besprochen, auch wie viel Geld zur Verfügung steht, mit wem man Kooperationsarbeit leisten könnte und wie man am besten auf die Aktionen aufmerksam macht.
Anschließend ging ich in die Erwerbungsabteilung und bekam die dortige Vorgehensweise an Beispielen erklärt. Die Mediothek kauft teilweise über die ekz ein, sie bezieht keine Standing Order und orientiert sich wenig an den ID-Zetteln. Der größte Teil des Bestandes wird bei örtlichen Buchhandlungen eingekauft, um diese zu unterstützen.
Dann bekam ich die Aufgabe in der Sachgruppe L auszusortieren. Anhand der Ausleihstatistiken notierte ich mir welche Bücher schon lange ungenutzt im Bestand sind und dann ging ich ans Regal und nahm sie raus. Wenn mir besonders unansehnliche oder beschädigte Bücher auffielen nahm ich sie ebenfalls raus.
Später ging ich an die Infotheke in der Kinder- und Jugendabteilung, dort beantwortete ich Fragen und stellte nebenher den Rücklauf ein. Dann fand noch ein Bilderbuchkino für Kinder statt. Ich half beim Auf- und Abbauen und Betreuen der Kinder.

Am Freitag stellte ich wieder den Rücklauf der Kinder- und Jugendabteilung ein.
Danach ging ich mit der Auszubildenden im dritten Lehrjahr an die Anmeldung, wenn wenig zu tun war tauschten wir uns über unsere Ausbildung aus.
Später ging ich noch an die Infotheke im Foyer.

Am Samstag stellte ich den Rücklauf der SL-Abteilung ein und ging an die Infotheke der Kinder- und Jugendabteilung.

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Am Montagmorgen stellte ich den Rücklauf der Kinder- und Jugendabteilung ein.
Anschließend probierte ich mit einem Kollegen eine neu gekaufte Drohne aus. Die Drohne kann fliegen und Videoaufnahmen machen. Wir drehten drinnen und draußen ein paar Videos von der Mediothek, später soll mit der Drohne ein Werbefilm für die Mediothek gedreht werden.
Danach schauten wir uns die Statistiken der Facebook-Seite der Mediothek an, zum Beispiel welche Posts wie viele Personen erreicht haben, wie viel Feed-Back kommt und welche Auswirkungen das auf die angebotenen Veranstaltungen hat. Danach verglichen wir die Seite noch mit anderen Facebook Auftritten von verwandten Einrichtungen und anderen Bibliotheken.

Am Dienstag stellte ich den Rücklauf der Sachgruppen X, Y und C ein.
Danach fand wieder ein Meeting statt, diesmal ging es um konkrete Veranstaltungen die für das nächste Jahr geplant sind, z.B. Konzerte, Lesungen, Gaming-Nachmittage, Poetry-Slams etc.
Anschließend arbeitete ich weiter an meiner Aufgabe von letzter Woche, beim Bestand der Sachgruppe L auszusortieren. Danach ging ich an die Infotheke im Foyer.
Später fand eine Gaming-Veranstaltung statt. Die Mediothek veranstaltet ein „FIFA-School-Battle“, es konnten sich Schulklassen bewerben, die gegeneinander antreten und Preise gewinnen können. Das erste Spiel findet im Januar statt, die Schüler können aber vorher in der Mediothek üben. Ich machte Bilder von den Schülern beim zocken und unterheilt mich mit ihnen. Nach der Veranstaltung postete ich etwas dazu bei Facebook.

Am Mittwoch stellte ich den Rücklauf der Kinder- und Jugendabteilung ein.
Danach bekam ich eine Einführung in die Digithek, die Digithek ist die Onleihe der Mediothek. Sie sind nämlich kein Mitglied eines Onleihe-Verbundes, sondern sie haben sich eine eigene Internetseite konstruieren lassen. Die Digithek funktioniert aber im Prinzip genau wie die Onleihe, außer dass die Ausleihfrist drei Wochen beträgt. Es arbeiten recht viele Mitarbeiter an der Digithek, da sie einen großen Teil des Bestandes ausmacht.
Später nahm ich an einer „E-Book-Reader & Digithek Schulung“ teil, die die Mediothek regelmäßig anbietet.
Danach kam eine Gruppe von aktiven Krefelder-Facebook-Nutzern in die Mediothek. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig und tauschen sich im Internet über aktuelle Geschehnisse in Krefeld und die Krefelder Geschichte aus. Sie haben eine sehr hohe Reichweite in Facebook.

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Am Donnerstag stellte ich den Rücklauf der SL-Abteilung ein.
Danach fotografierte ich ein paar Motive die mir gefielen und suchte dann ein schönes Bild für das wöchentliche Donnerstags-Puzzle aus, das auf Facebook gepostet wird.
Anschließend ging ich an die Infotheke im Foyer.
Später widmete ich mich den aussortierten Büchern. Ich löschte den Katalogeintrag im System, das Buch bekam einen „Vom Vorbesitzer ausgeschieden“-Stempel und der Barcode und der Tagg wurden unleserlich gemacht. Zum Schluss bekam das Buch noch einen Flohmarkt-Aufkleber und ich entschied den Preis, den das Buch noch wert war.
Am Nachmittag ging ich noch an die Infotheke der Kinder- und Jugendabteilung.

Am Freitag stellte ich den Rücklauf der Kinder- und Jugendabteilung und der Sachgruppe C ein. Danach ging ich an die Infotheke im Foyer.
Dann hatte ich ein abschließendes Gespräch mit der Mitarbeiterin die für mich zuständig war
und wir machten noch einen Abschiedspost auf Facebook.

Crefelder Geschichte – eine neue Rubrik

Hallo zusammen,

Krefeld ist eine spannende Stadt. Industrie, viel Grün, der Rhein, Eisenbahn, ein Flugplatz, viel Kultur. Und Krefeld hat eine spannende und interessante Geschichte. Und die gilt es, sich erzählen zu lassen. Viele von Euch wissen ja, das wir im sozialen Netzwerk Facebook recht gut vertreten sind. Neben unserer Seite, betreiben wir vor allem viel Zeit und Aufwand um uns in den vielen Krefelder Facebook-Gruppen zu engagieren.

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Eine kleine, aber sehr feine, Gruppe heißt „Crefelder Geschichte“. Die dortige Administratorin, welch cooles Wort, Beate, hat sich bereit erklärt, hier immer mal wieder ein paar Gedanken zur Krefelder Geschichte loszuwerden. Geniale Sache, die noch an Wert gesteigert wird durch die Tatsache, dass auch andere Gruppenmitglieder hier mit Infos und Texten zum Gelingen beitragen werden. Aber, lassen wir Beate mal selbst zu Wort kommen….

„In diesem Blog der Mediothek- Krefeld darf ich ab sofort als Administrator der Gruppe „Crefelder Geschichte“ in lockerer Folge etwas zu unserer Stadtgeschichte beitragen. Ich möchte aber auch manchmal Beiträge einiger Gruppenmitglieder präsentieren und hänge an meinen Ausführungen einen Bericht zum Deichbau von Johan Crasemann.
Der Deich schützt die Bewohner unsere Stadt und es ist noch nicht so lange her, als das Rheinwasser auf dem „Alten Markt“ stand. In der Vergangenheit konnte man das Hochwasser auch schon mal in Bockum sehen, wie eindringlich im Tagebuch von Claes ter Meer beschrieben wurde.

Denn im Frühjahr 1740 ist Claes ter Meer mit seinem Großvater nach Bockum gegangen und hinter dem Bockumer Feld stand schon das Wasser vom Rhein.

Am 18. Januar 1742 schrieb sein Bruder Abraham: „Der Rhein ist hoch mit Eis zugefroren gewesen und aus diesem Grund geht das Eis zur Stunde in eine große Überschwemmung über
Auch 1776 wurde Uerdingen überschwemmt. Unzählige Menschen ertranken und die Eisschollen lagen noch im Frühjahr auf dem „Alten Markt“ in Uerdingen.
Im Jahr 1784, war das hoch aufgetürmte Eis so festsetzt, dass seine Bewegungsgeräuche bis nach Bockum zu hören waren. Vom Uerdinger Rheintor wurde ein Weg über das Eis zur anderen Rheinseite angelegt. Und wieder lief das Wasser nach Uerdingen ein. Unzählige Tiere ertranken und die Schäden an Häuser und Strassen waren extrem – so arg, das die Reparaturen ein Jahr lang dauerten. Jahre später war die Überflutung in einem Ausmaß, das die Menschen in höheren Stockwerken mit nur wenig Brot und etwas Ofenholz aushalten mussten. Das Eis war auf den Straßen und in den Kellern gefroren und es war nicht sicher, ob die Häuser dem Druck des Eises standhielten. Mitte Februar 1799 zerstörten die Eismassen das gesamte Kirchenschiff von St. Peter und es brach auseinander.
Quelle RP

Die Uerdinger mussten immer wieder mit diesen Wassermassen rechnen. Als der Rhein im Winter 1890/91 zufror, zog es auch meinen Urgroßvater als Junge zur anderen Rheinseite. Diese Gelegenheit nutzten dann später die Urgroßeltern während des Krieges – davon existierten Fotos. Leider gingen 1967 nach dem Tod der Urgroßeltern viele Bilder verloren. Mittlerweile ist aber der Rhein so aufgewärmt, dass er nicht mehr zufrieren wird. Allerdings haben meine Familie und ich ein unglaubliches Hochwasser 1995 erlebt, als das Wasser nur wenig entfernt von der Deichkrone schwappte. Da war das Rheintor aber schon lange mit schweren Balken und Sandsäcken geschlossen

Ich wohne in Uerdingen nahe dem Rhein – für mich die Lebensader am Niederrhein, ist der Fluss doch Europas meist befahrenste und längste Wasserstraße Deutschlands.“

Und wo wir gerade bei Thema Rhein sind, folgt jetzt direkt der, von Beate angekündigte Artikel von Johan Craseman…viel Spaß beim lesen 😉

Vater Rhein – der neue Deich wird gebaut
Von Johan Crasemann

Uerdingen. Ohne Mühe rammt eine Spezialmaschine die meterlangen und tonnenschweren Spundbohlen in den Uerdinger Rheindeich. Mit dem neuen Hochwasserschutz werden vor allem die Bürger der Rheinstadt geschützt. Denn so friedlich der Rhein sich in diesen Tagen zeigt, so zerstörerisch kann er während eines Hochwasser mit seiner unbändigen Kraft wirken. Diese leidvolle Erfahrung haben die Krefelder in den vergangenen Jahrhunderten ohne einen effektiven Deichschutz immer wieder machen müssen. Unter Hochwasser und Eisgang litten in erster Linie die Rheinstädter.

Vor über 700 Jahren zerstörte der Fluss sogar das erste Uerdingen. Auf einer Rheininsel in unmittelbarer Nähe des einstigen römischen Kastells Gelduba (Krefeld-Gellep) soll dieses erste Uerdingen gelegen haben. Die zivile Siedlung wurde als Schutz vor feindlichen Überfällen vom Festland auf eine Insel verlegt. Ausgrabungen lassen auf Hochwasseropfer schließen. „Wo sich diese neue Siedlung jedoch genau befand, lässt sich archäologisch bislang nicht exakt nachweisen“, sagt Christoph Reichmann, Leiter des Museums Burg Linn. Vieles spräche für eine direkte Nähe zum alten römischen Hafen und damit für eine Verlegung auf eine dem Hafen vorgelagerte Rheininsel.

Denn der Hafen wurde auch nach den Römern durch die Franken weiter betrieben, wie die drei im Jahr 1972 entdeckten Lastkähne beweisen. Mit der C14-Methode wurde nachgewiesen, dass einer aus dem 10. Jahrhundert stammt. in anderes Schiff stammt aus dem 13. Jahrhundert, jenem Jahrhundert, in dem das alte, kurkölnische Städtchen Uerdingen durch den Rhein zerstört wurde. Mindestens bis in diese Zeit muss der Hafen und ein Ort an der Mündung des Linner Mühlenbaches auf einer Rheininsel gelegen haben. Denn neben den Kähnen fanden die Archäologen bei den Hafenarbeiten Anfang der 1970er-Jahre auch zahlreiche Hinweise von Siedlungsspuren und Hochwasserschäden im Bereich der alten Mühlenbachmündung in den Rhein. Keramikscherben und zerbrochene Tierknochen deuten auf die Siedlung. Außerdem wurden Artefakte aus dem 13. Jahrhundert entdeckt sowie römische, karolingische und hochmittelalterliche Scherben. „Die Knochen haben wir erst im Zusammenhang mit der Einrichtung der Schiffshalle am Museum näher untersuchen lassen. Dabei zeigte sich, dass ein Teil der Knochen von Menschen und Tieren wahrscheinlich von Hochwasseropfern stammt, so dass es offenbar im 13. Jahrhundert ein mit großen Schäden verbundenes Hochwasser im Bereich der Mühlenbachmündung gegeben hat“, so Reichmann.

Wie viele Menschen dort lebten und wie groß die Stadt letztlich war, darüber berichten historische Quellen nichts. In einer Urkunde aus dem Jahr 1324, die der Uerdinger Lehrer und Heimatforscher Franz Stollwerck zur Datierung der Stadterhebung (1255) nutzte, wird allerdings ein Grund für die Verlegung durch den Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg (1275 bis 1297) erwähnt: „Da die Stadt jedoch durch den Andrang des Rheins allmälig mit dem Untergang bedroht wurde.“ Das „allmälig“ (im lateinischen Text „successive“, „nachrückend“) deutet auf einen Prozess hin, der sich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts hinzog. Durch den Rhein müssen dabei auch die Kirche und der Friedhof von Alt-Uerdingen zerstört worden sein. Zum Untergang Uerdingens scheinen also diverse Hochwasser geführt zu haben, ausschlaggebend könnte jedoch ein Hochwasser 1279 gewesen sein. Wie verheerend dieses gewesen sein muss, verdeutlicht die Überlieferung, dass auch die gut 1,5 Kilometer landeinwärts am Mühlenbach gelegene alte Kirche von Linn zerstört worden sein soll.

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Trotz der wiederkehrenden Fluten versuchten Bürger und Landesherren, sich gegen den Rhein zu schützen. Im Jahr 1618 fehlte den Uerdingern schlichtweg das notwendige Holz für den Uferschutz; ein Hochwasser zerstörte in diesem Jahr große Teile der Ringmauer. In recht kurzen Abständen folgten nun schwere Überschwemmungen: 1622, 1625, 1630, 1635, 1639 und 1647. Im Jahr 1658 riss der Fluss den Wall und die Stadtmauer neben der Burg ein, Vieh ertrank und ein Teil des Ufers brach ab. Bei einem besonders schweren Hochwasser 1726 fuhr man mit Nachen (Kähnen) durch die Stadt. Am 17. März 1740 notierte der Krefelder Claes ter Meer in sein Tagebuch: „Nachmittags bin ich mit meinem Großvater nach Bockum gegangen, um das Hochwasser zu sehen. Bereits in Bockum floss das Wasser.“ Überschwemmt wurde die Rheinstadt wieder 1776. Viele Menschen ertranken. Noch im Mai lagen Eisschollen auf dem Marktplatz.

In den nächsten 200 Jahren kam es wiederholt zu schlimmen Hochwasserfluten wie nochmals 1926, als das Wasser nur 70 Zentimeter von der Deichkrone entfernt stagnierte. Das Rheintor drohte zu brechen.

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Als sich Risse zeigten, warnte Glockengeläut die Bürger vor der möglichen Gefahr. Doch das Tor, verstärkt durch zahlreiche Stützen, hielt dem Druck stand. Von den „Fluten“ zeugen heute nur noch die Pegelmarken am Rheintor, zuletzt aus dem Jahr 1995 mit dem Höchststand von 11,57 Meter.

Mit der aktuellen Sanierung des Rheindeiches wird nun ein wichtiger Bestandteil des Hochwasserschutzes für circa 25 000 Bürger umgesetzt. Die Arbeiten sollen zum Jahresende abgeschlossen sein.

So, wir hoffen, Euch hat der erste Exkurs in die Geschichte gefallen. Da kommt noch mehr. Die Fotos stammen von Beate selbst, bzw. von uns.

Euer Mediotheksteam